Wassersport als Lebensphilosophie – Wake & Groove im Fokus

Sven Buecker_

Für mich ist Wassersport viel mehr als nur ein Ausgleich – es ist eine absolute Lebensphilosophie.

Erzähl uns etwas über deinen Werdegang – und wie Wake & Groove entstanden ist.

Ich bin in der Schweiz aufgewachsen – direkt an einer der ältesten Wasserski-Liftanlagen der Welt. Mein Vater war passionierter Slalomfahrer, meine Großmutter eine begeisterte Windsurferin, die sogar noch mit 80 Jahren auf dem Board stand. Diese Leidenschaft für den Wassersport wurde mir also buchstäblich in die Wiege gelegt.

Nach dem Studium stieg ich in unser Familienunternehmen ein, das sich mit Zement, Beton und Kies beschäftigte. Auf dem Gelände des Kieswerk Schielein – direkt neben einem Baggersee – entstand mit der Zeit der idyllischer Lorenzisee. Nach vielen Gesprächen, Herausforderungen und einer klaren Vision wurde dort 2013 die Wassersportanlage Wake & Groove ins Leben gerufen.

Wie sieht ein typischer Tag für dich als Betreiber aus – mehr Büro oder mehr Wasser?

Mein Tag beginnt meistens gegen 7 Uhr morgens mit einem Rundgang über die Anlage – gemeinsam mit meiner Frau und unseren Hunden. Dabei schaue ich, ob alles in Ordnung ist und der Betrieb wie geplant starten kann.

Während der Saison sind wir täglich und ohne Ausnahme vor Ort am See. Dann heißt es: organisieren, anpacken und koordinieren – von der Personalplanung über technische Wartung bis hin zum Kundenservice. Ich bin ständig im Austausch mit meinem Team, damit alles reibungslos und sicher läuft.

Der Alltag ist eine perfekte Mischung aus Büro, Shop, Technik und ganz viel Hands-on-Engagement.

Außerdem stehen zahlreiche Events auf dem Programm, die geplant und durchgeführt werden – darunter Wakeboard-Camps, Afterwork-Sessions, Anfängercamps, Firmenfeiern, Beach Partys oder auch Besuche von Schulklassen.

Der Tag endet frühestens bei Sonnenuntergang – sobald die letzten Gäste das Areal mit einem Lächeln im Gesicht verlassen.

Kurz gesagt: Ein typischer Tag bedeutet für mich vollen Einsatz – mit ganz viel Herzblut für Wake & Groove.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, einen Wakeboard-Park zu leiten – organisatorisch wie auch wirtschaftlich?

Die Leitung eines Wakeboard-Parks bringt vielfältige organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich. Dabei erfordert der tägliche Betrieb ein hohes Maß an Planung, ein engagiertes Team sowie laufende Investitionen. Technische Ausfälle an Seilbahnanlagen können schnell zu Betriebsunterbrechungen und hohen Kosten führen. Auch die regelmäßige Wartung und Beschaffung spezieller Ersatzteile stellen einen nicht zu unterschätzenden Aufwand dar.

Hinzu kommt, dass es sich um ein saisonabhängiges Geschäft handelt: Der Großteil des Jahresumsatzes muss innerhalb weniger Monate erzielt werden. In der Nebensaison gilt es daher, finanzielle Engpässe mit Weitblick zu überbrücken. Zusätzlich wirken sich wetterbedingte Unsicherheiten direkt auf das Besucherverhalten aus – selbst wenn der Betrieb möglich wäre, bleiben Gäste bei schlechtem Wetter oft aus.

Auch die Personalsituation ist herausfordernd: Qualifiziertes, zuverlässiges Personal für einen saisonalen Betrieb zu finden und gut zu schulen – insbesondere im Bereich Sicherheit und Rettung – erfordert Zeit und Einsatz. Gleichzeitig verlangt der Betrieb die Einhaltung strenger behördlicher Auflagen sowie ein wachsendes Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz.

Nicht zuletzt ist es wichtig, sich im Wettbewerb mit anderen Freizeitangeboten zu behaupten, innovative Ideen wie neue Sporttrends oder Events frühzeitig zu erkennen und in das eigene Konzept zu integrieren. All diese Faktoren machen das Management eines Wakeboard-Parks komplex – aber auch besonders spannend, abwechslungsreich und erfüllend.

Welche Sportarten, Kurse und Events bietet ihr derzeit an – und für wen eignen sich diese besonders?

Bei uns dreht sich alles um den Spaß am Wasser – ganz gleich ob Einsteiger oder Fortgeschrittene. Besonders beliebt sind unsere mehrtägigen Wakeboard-Camps, die regelmäßig mit namhaften Wakeboard-Profis stattfinden und sowohl Technik als auch Spaßfaktor auf ein neues Level heben. Zusätzlich bieten wir Anfängerkurse, SUP-Kurse sowie E-Foil-Kurse an – perfekt für alle, die neue Trendsportarten ausprobieren oder ihre Fähigkeiten verbessern möchten. Wer lieber entspannt übers Wasser gleitet, kann sich bei uns auch einfach ein Stand-Up-Paddleboard (SUP) leihen. Unsere Anlage lässt sich außerdem für Firmenfeiern, private Events oder Gruppenbuchungen exklusiv mieten – inklusive persönlicher Betreuung und individueller Gestaltungsmöglichkeiten. Unser Angebot eignet sich für alle, die gerne draußen sind, das Element Wasser lieben und Lust auf Bewegung, Gemeinschaft und gute Vibes haben. Alle aktuellen Kurse, Termine und Events sind jederzeit auf unserer Website zu finden – reinschauen lohnt sich!

Welche Altersgruppen oder Zielgruppen überraschen Sie manchmal auf dem Board?

Was uns immer wieder begeistert: Bei uns stehen Menschen zwischen 7 und 70 Jahren auf dem Board – und oft sind es gerade die, bei denen man es nicht erwartet hätte.
Ob Grundschulkinder mit erstaunlichem Gleichgewichtssinn oder sportliche Rentnerinnen und Rentner, die sich ihren Jugendtraum erfüllen – Wakeboarden kennt bei uns keine Altersgrenzen.

Besonders schön ist es, wenn jemand völlig ohne Vorerfahrung kommt, vielleicht etwas Respekt hat, und dann mit leuchtenden Augen und einem breiten Grinsen aus dem Wasser steigt. Diese Momente zeigen uns jedes Mal aufs Neue, wie inklusiv und motivierend Wassersport sein kann.

Wo siehst du Wake & Groove in 5 Jahren – gibt es konkrete Pläne für Ausbau, neue Angebote oder Kooperationen?

In fünf Jahren sehe ich Wake & Groove als einen der beliebtesten Wassersport-Hotspots in ganz Deutschland. Unsere Vision ist es, das Angebot kontinuierlich auszubauen – mit neuen Attraktionen wie einem Aqua Fun Park, einem schwimmenden Wavepool für Surf-Sessions und weiteren Highlights auf und im Wasser. Ein großes persönliches Ziel ist es außerdem, die Anlage so weiterzuentwickeln, dass wir langfristig auch internationale Wettbewerbe wie Weltmeisterschaften austragen können.

Außerdem möchten wir unser Netzwerk an Partnerschaften und Kooperationen erweitern – ob mit Firmen, Events oder regionalen Akteuren. Unser Ziel ist es, den See als Erlebnis- und Begegnungsort für alle Generationen zu etablieren.

Was bedeutet Wassersport für dich ganz persönlich – eher Ausgleich oder Lebensphilosophie?

Für mich ist Wassersport viel mehr als nur ein Ausgleich – es ist eine absolute Lebensphilosophie.
Früher war es vor allem ein Weg, zur Ruhe zu kommen, mich zu fokussieren und die Balance zum Alltag zu finden. Heute ist es pure Freiheit – das Gefühl, übers Wasser zu gleiten, ohne Regeln, ohne Erwartungen, einfach im Moment zu sein.
Es geht nicht nur ums Fahren, sondern um das Lebensgefühl, das damit verbunden ist: Das Wasser erdet, belebt und verbindet.

Was war das Lustigste, das je auf oder neben dem Wasser bei Wake & Groove passiert ist?

Es gibt natürlich jede Menge witzige und unerwartete Momente – aber was uns immer wieder zum Schmunzeln bringt: Wenn absolute Neulinge zu uns kommen, teilweise ohne schwimmen zu können, und dann mit strahlenden Augen fragen, ob sie trotzdem mal fahren dürfen.

Manchmal haben diese Gäste die größte Begeisterung und den meisten Mut – und genau das macht solche Begegnungen so besonders.

Stell dir vor, du könntest eine berühmte Persönlichkeit (tot oder lebendig) zum Wakeboarden einladen – wen würdest du wählen und warum?

Wenn ich die Möglichkeit hätte, jemanden zum Wakeboarden einzuladen, wäre es ganz klar Randall Harris. Er war eine echte Legende der Wakeboard-Szene – stilprägend, mutig, kreativ und dabei immer authentisch. Für mich war er ein absolutes Idol und eine große Inspiration – nicht nur wegen seines Fahrstils, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit.

Leider ist Randall viel zu früh verstorben. Ihn einmal persönlich auf dem Wasser zu erleben, wäre ein Traum gewesen.

Was gefällt dir – neben Wake & Groove – an unserem Landkreis am besten? Was ist dein Lieblingsort?

Der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm hat eine besondere Mischung aus Natur, Bodenständigkeit und Lebensqualität. Die Landschaft ist herrlich – sanfte Hügel, Flüsse, Wälder und Seen bieten jede Menge Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten und Erholung.

Was ich besonders schätze: Hier geht es entspannt zu, und trotzdem ist immer was geboten – sei es kulturell, kulinarisch oder sportlich. Die Menschen sind offen, engagiert und haben ein gutes Gespür für Gemeinschaft.

Mein Lieblingsort? Ganz klar: jeder Platz am Wasser – am liebsten in den frühen Morgenstunden, wenn alles noch still ist. Mit meiner Frau an der Hand und den Hunden an meiner Seite unterwegs zu sein, ist für mich der perfekte Start in den Tag.