Interview mit Leander Edinger vom Waldkletterpark Oberbayern

Leander mit Jürgen

Klettern ist eine Faszination: es gibt kaum eine Sportart, bei der man auf der einen Seite im Team unterwegs ist, andererseits dennoch die eigene Ausdauer und die eigenen Grenzen ausschlaggebend sind.

Leander Stellt sich vor

Hi Leander, vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst und uns etwas über dich und den Waldkletterpark erzählst. 

Stell dich bitte kurz vor!

Sport und verschiedene Kulturen haben mich immer schon interessiert. Deshalb habe ich in der Schule meinen Schwerpunkt auch schon auf Sport und Fremdsprachen gelegt – und später im Studium mit Tourismus Management (an der Hochschule München) weiter verfolgt. Damals war ich bereits als Sicherheitstrainer im Kletterpark tätig. Nun bin ich bereits über zehn Jahre im Kletterpark dabei und leite diesen seit knapp 4 Jahren. Neben dem Daily Business im Park bin ich für die Dienstplanung sowie Fortbildungen und die Weiterentwicklung des Kletterparks zuständig. 

Seit knapp 4 Jahren leitest du den Waldkletterpark Oberbayern in Jetzendorf – Wie kam es dazu?

Nachdem ich alle Stationen (bis zur stellvertretenden Leitung) im Kletterpark selbst durchlaufen habe, diverse Fortbildungen absolviert und mit den unterschiedlichsten Menschen bereits zusammen gearbeitet habe, gab es einen Punkt, an dem unsere damalige Parkleitung sich erfolgreich selbstverwirklicht hat. Da wir ein Familienunternehmen sind, bot es sich zu diesem Zeitpunkt an, die Leitung zu übernehmen, da ich auch gerade mit dem Studium fertig war. Bis dahin konnte ich bereits von den unterschiedlichen Personen in meinem Umfeld als auch einem prägenden Praxissemester viel lernen, u.a. über Personalführung sowie Organisation und Kommunikation. 

Was macht den Waldkletterpark so besonders?

Kletterpark Oberbayern

Im Kletterpark als auch im Baumhaushotel haben wir eine sehr persönliche und angenehme Unternehmenskultur. Der Wohlfühlfaktor spielt eine sehr große Rolle im Familienunternehmen: unsere Gäste und Mitarbeiter sollen sich gleichermaßen wohl fühlen und besondere Erlebnisse teilen. Es ist nicht selbstverständlich, dass der Spaß bei der Arbeit sich auf die Gäste überträgt und umgekehrt. Die besondere Atmosphäre im Wald bietet einen Raum, in dem sich Sport, Geschick und Spaß spektakulär vereinen lassen. 

Wer ist bei euch im Kletterpark Oberbayern willkommen? Wer ist die Zielgruppe? 

Jeder! Unser Ziel ist neben Geschicklichkeit und Ausdauer ein Austausch zwischen Jung und Alt zu ermöglichen. Sich selbst zu challengen ist oft einfacher, wenn man Tipps von anderen bekommt – oder manchmal auch einfach nur angefeuert wird! 

 

Der Kletterpark und das Adventure Minigolf ist für Firmen interessant, aber auch für Geburtstagsfeiern und Schulklassen. Im Prinzip für jede Gruppe, die das Team stärken möchte. 

 

Aber auch private Freundesgruppen kommen gerne zum klettern suchen die Herausforderungen, bis hin zu unserem schwarzen (schwersten) Parcours. 

Welche Parcours oder Aktivitäten bietet ihr an? 

Es gibt einen Niedrigseilbereich mit 3 verschiedenen Parcours, die sich zwischen einem und 3 m Höhe bewegen und bereits für Kinder ab einer Körpergröße von 115 cm in Begleitung eines mitkletterndem Erwachsenen geeignet sind. 

Weiter gibt es 4 Parcours im mittleren Bereich sowie einen Flying Fox (Seilbahn-) Parcours. 

Die Herausforderung befindet sich auf bis zu 24 m Höhe: der braune Parcours und ein weiterer Flying Fox Parcours ab 16 Jahren erfordern Mut in der Höhe – der schwarze Parcours ab 16 Jahren Eure letzte Kraft. 💪🏻 

Neu ab 2026 wird der Duo-Netz-Parcours sein: hier könnt ihr zu zweit die Netze entlang klettern, bis ihr Euch parallel abseilen lasst. 

Direkt neben dem Kletterpark befindet sich unsere Adventure Minigolf Anlage. Auf 18 individuell angelegten Bahnen wo man Präzision und Geschick beweisen – manchmal benötigt man auch das Quäntchen Glück, damit der Ball ins Loch geht. 

Klettern & Zukunft

Was bedeutet Klettern für dich?

Klettern ist eine Faszination: es gibt kaum eine Sportart, bei der man auf der einen Seite im Team unterwegs ist, andererseits dennoch die eigene Ausdauer und die eigenen Grenzen ausschlaggebend sind. Neben der Muskelkraft ist die Technik beim Klettern nicht zu unterschätzen. Wer mit Köpfchen klettert, kommt nicht nur weiter, sondern spart auch noch unheimlich viel Kraft. Die Tipps von den Begleitpersonen und Kletterpartnern sind Gold wert – und die beste Motivation, über sich hinaus zu wachsen. Dies gilt nicht nur im Kletterpark, sondern auch in der Halle und den Bergen.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Wir wollen unseren Teamgeist beibehalten. Wichtig für uns ist zudem, weiterhin aufeinander zu zugehen und Verständnis füreinander zu zeigen. „Be a team“ gilt nicht nur für uns als Trainerinnen und Trainer, sondern sollte so gelebt werden, dass es auch im Alltag Anklang findet. Daher entwickelt sich auch der Kletterpark mit dem neuen Duo-Netz-Parcours zu einer Sportstätte, bei dem man nur gemeinsam (Netz-)Brücken überwinden kann. 

Sicherheit wird bei uns großgeschrieben, daher soll es auch in Zukunft so sein, dass die Trainerinnen und Trainer top geschult, mit neuestem Arbeitsmaterial ausgestattet sind und das sich ständig verbessernde Sicherungssystem auf dem neuesten Stand bleibt. 

Gibt es ein besonderes Erlebnis im Kletterpark, das dir in Erinnerung geblieben ist?

Am Ende eines Wandertag-Ausflugs einer Lehrkraft mit ihrer Schulklasse hab ich das Feedback bekommen, dass sie wieder unseren Kletterpark besuchen wollen, weil sie bemerkt hat, dass auf einmal Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterwegs waren, die sonst im Unterricht nicht viel miteinander zu tun hatten. Der Hintergrund war, dass wir sie motiviert haben, die anderen MitschülerInnen zu fragen, wer denn noch auf die höheren und schwierigeren Parcours mitgehen will und sich so ganz neue Gruppen gebildet haben.